Sanieren und Dämmen

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Mehr Freiheit beim Dämmen: Das Recht zur Mitbestimmung

veröffentlicht am 22. November 2016 | Kategorie: Dämmen

Die strengen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) lassen Häuslebauern und Sanierern wenig Freiraum bei der Materialwahl. Zumindest beim Dämmen gibt es ein Happy End, denn hier genießen Sanierer unter einer bestimmten Voraussetzung ein größeres Mitbestimmungsrecht.

Außendämmung über dem Putz

 

Wer die strengen Anforderungen der EnEV erfüllen möchte, muss nach der Pfeife des Regelwerks tanzen – bis jetzt zumindest. Dieses schrieb unter anderem vor, dass die Stärke der Dämmschicht zwischen 12 und 16 Zentimetern liegen muss. Nun gibt es eine Ausnahmeregel.

Außenputz beibehalten und Dämmschichtdicke bestimmen

Die strengen Regeln der EnEV zwingen viele Menschen, tief in die Tasche zu greifen. Doch nicht immer reicht das Budget aus, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das war auch der Fall eines Hausbesitzers aus Ebersbach: Im Mai 2016 verkleidete er sein Haus mit einer nur vier Zentimeter dicken Styroporschicht. Sie war nur ein Drittel so dick wie mindestens gefordert.

Nachdem die Untere Baurechtsbehörde von der Kreishandwerkerschaft benachrichtigt wurde, wurde dem Hausbesitzer ein Baustopp erteilt, welchen er missachtete.

Als sich Experten trafen und über das Thema sprachen, kamen sie zu folgendem Entschluss: Eine Altbaudämmung auf Altputz ist nicht sinnvoll. Es wurde entschieden, dass Sanierer selbst entscheiden können, wie dick das Wärmeverbundsystem ist, wenn sie es auf dem Altputz anbringen.

Investitionskosten werden langsamer ausgeglichen

Auch wenn Sanierer nun die Entscheidung über die Dämmstoffdicke überlassen bleibt, sollten sie sich Gedanken über das Thema machen. Denn: Eine geringere Dämmstoffdicke bringt auch eine geringe Heizkostenersparnis mit sich – ergo rentieren sich die Investitionskosten erst später. Und: Der Aufwand für die Dämmung ist ohnehin gegeben; es werden Handwerker bezahlt, die ein Gerüst aufauen, das Material verkleben und die Putzschicht anbringen. Woran Sanierer also letztlich sparen, sind eigentlich nur die Materialkosten.

Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist: Heiz- und Energiekosten können über 20 oder 30 Jahre um ein Vielfaches steigen – dann würde sich eine gute Dämmung bezahlt machen. Lediglich diejenigen, die energetisch unabhängig sind, können mit einer reduzierten Dämmschicht sparen.

Bessere Dämmung bringt Förderungen

Experten empfehlen, über die gesetzlichen Forderungen zu dämmen. Eine 16 bis 20 Zentimeter dicke Dämmschicht bringt Sanierern staatliche Fördergelder der KfW-Bank. Diese kann unter Umständen die Mehrkosten abdecken und sich langfristig bezahlt machen.

Aus diesem Grund gilt: Bei der Dämmung immer langfristig denken, die Kosten genau kalkulieren und den Preis der potenziellen Ersparnis gegenüberstellen; kurzfristige Ersparnisse sorgen im Regelfall für langfristige Mehrkosten.